Vorgehen und Ablauf

In einem klientenzentrierten Interview (COPM) wird zu Beginn der Therapie dargestellt, über welche Fähigkeiten der/die KlientIn im Alltag verfügt und wo es konkret Probleme gibt. Häufig wird auch ein Tagesprofil eingesetzt, um ein besseres Bild vom Alltagsgeschehen zu bekommen. Das Interview wird bei Kindern meist gemeinsam mit den Eltern durchgeführt. Kinder können - wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt - häufig sehr genau beschreiben, wo sie auf Schwierigkeiten stoßen und klar sagen, was sie verbessern möchten.

Bei Personen, die so schwer beeinträchtigt sind, dass es ihnen nicht möglich ist, selbst darzustellen, wo die Probleme liegen, werden die direkten Bezugspersonen befragt. Diese haben meist eine gute Vorstellung davon, welche Aktivitäten die Lebensqualität verbessern können.

Im Anschluss an das Interview wird festgelegt, welche Priorität die einzelnen Aktivitäten haben und woran zuerst gearbeitet werden soll. Es wird ein klares Ziel formuliert und gemeinsam überlegt, wie viel Zeit zum Erreichen eingeplant wird.

Um die problematischen Alltagsaktivitäten zu analysieren, stehen sowohl Testverfahren zur Verfügung, die die Sicht der KlientInnen erfassen, als auch Testverfahren, die die Alltagsfähigkeit aus Sicht des Therapeuten/der Therapeutin erfassen. Diese Testverfahren dienen als Grundlage zur Therapiezielformulierung und zur Therapieplanung.

Hier ein Beispiel für die Zielformulierung aus dem Bereich der Unterstützen Kommunikation (UK):

Julia, 10 Jahre alt, ist mit einem Talker versorgt und besucht eine Integrationsschule.

  • Julia macht ihren FreundInnen einen Vorschlag, was sie spielen möchte.
  • Julia spielt alleine für 10 Minuten am Computer.
  • Julia geht alleine zum Bäcker und kauft sich eine Brezen.
  • Julia fährt alleine mit ihrem E-Rollstuhl in die Pause.
  • Julia gibt Bescheid, wenn sie auf die Toilette muss.
  • Julia telefoniert mit ihrer Oma.

Um die Ausführung von Alltagsaktivitäten zu verbessern, stehen verschiedene Therapieansätze zur Verfügung.