Informationen für Ärzte - Logopädie

Eine Behandlung erfolgt auf Grundlage der Heilmittelverordnung für Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie. Nach Ausstellung Ihrer Verordnung muss die Behandlung innerhalb von 14 Tagen begonnen werden. Bei medizinischer Notwendigkeit kann die Behandlung auch als Hausbesuch, Heim- oder Einrichtungsbesuch durchgeführt werden.
Für eine einschätzende Diagnostik und Beratung können Sie selbstverständlich auch Einzelstunden verordnen. Die therapeutische Praxis hat gezeigt, dass für eine aussagekräftige Einschätzung ein Zeitraum von zwei bis drei Therapieeinheiten à 60 Minuten sinnvoll ist.
Neben der Kostenübernahme im Rahmen des SGB V (Krankenkasse) können auch Finanzierungen über SGB XII (Sozialhilfe) oder SGB IX (Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen) in Frage kommen.


Für den Bereich Unterstützte Kommunikation ergeben sich folgende mögliche Indikations-Gruppen (Auszug aus dem Verzeichnis verordnungsfähiger Heilmittel):

SP1: Störungen der Sprache vor Abschluss der Sprachentwicklung

Leitsymptomatik: Sprachentwicklungsstörungen in Form von

  • eingeschränktem aktiven und passiven Wortschatz und/ oder
  • Störung der Motorik und motorischen Koordination bei Respiration, Phonation und Artikulation
  • ...

Ziel: Verbesserung bzw. Normalisierung der sprachlichen und kommunikativen Fähigkeiten.

SP 5: Störungen der Sprache nach Abschluss der Sprachentwicklung Aphasien/ Dysphasien

Leitsymptomatik: Störungen im Bereich

  • der Wortfindung
  • des Sprechens
  • des Lesens
  • des Schreibens
  • der Artikulation
  • des Sprachverständnisses
  • ...

Ziel: Verbesserung der sprachlichen Fähigkeit bis zur Normalisierung oder Erreichen einer sprachlichen Kommunikationsfähigkeit. Erforderlichenfalls Schaffung nonverbaler Kommunikationsmöglichkeiten.

SP 6: Störungen der Sprechmotorik – Dysarthrie/ Dysarthrophonie/ Sprechapraxie

Leitsymptomatik: Störungen der

  • Stimmgebung
  • neuronalen Steuerungs- und Regelungsmechanismen hinsichtlich der Sprechmotorik
  • Artikulation

Ziel: Verbesserung bzw. Normalisierung des Sprechens. Erreichen einer Kommunikationsfähigkeit.

Für alle anderen Behandlungsfelder gelten folgende Indikations-Gruppen:

  • ST 1 Organisch bedingte Erkrankungen der Stimme
  • ST 2 Funktionelle Störungen der Stimme
  • ST 3 Psychogene Erkrankungen der Stimme - Aphonie
  • ST 4 Psychogene Erkrankungn der Stimme – Dysphonie
  • SP 2 Störungen der auditiven Wahrnehmung
  • SP 3 Störungen der Artikulation
  • SP 4 Störungen der Sprache bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit
  • RE 1 Störungen des Redeflusses – Stottern
  • RE 2 Störungen des Redeflusses – Poltern
  • SF Störungen der Stimm- und Sprechfunktionen – Rhinophonie
  • SC 1 Störungen des Schluckaktes – Dysphagie
  • SC 2 Störungen des Schluckaktes – Schädigung im Kopf-Hals-Bereich

Flyer zur Hilfsmittelversorgung

BVmed Infokarte Hilfsmittel (29,3 KiB)